Nicht verzweifeln! Deshalb ist die Ad-hoc-Analyse für einen IT Job unverzichtbar

Ohne Planung geht in der IT nichts. Doch hin und wieder wird von Ihnen Spontanität in Verbindung mit flotten Entscheidungen erwartet. Dann sollten Sie diese spezielle Analysemethode anwenden.

Wie spontan und schnell können Sie reagieren?

Wenn Sie sich für eine Stelle in der IT bewerben, werden zahlreiche Hard Skills und Soft Skills von Ihnen verlangt. Unter anderem sollten Sie Resilienz im Beruf und Durchhaltevermögen zeigen, ebenso ist nachhaltiges, langfristiges Planen gefragt. 

Doch oft besteht der Alltag nicht nur aus Plänen und Zielen. Manchmal kann es ziemlich turbulent zugehen. Dann sind flinke, aber dennoch fundierte Entscheidungen von Ihnen gefragt. In solchen Fällen hilft es Ihnen, wenn Sie die Ad-hoc-Analyse beherrschen.
 

Was bedeutet Ad-hoc-Analyse?

Der Begriff “Ad-hoc-Analyse” leitet sich vom lateinischen Wort “ad hoc” ab, was übersetzt unter anderem “umgehend”, “spontan”, “sofort” oder “aus dem Augenblick heraus” bedeutet. Dementsprechend ist das Ziel einer Ad-hoc-Analyse, möglichst schnell auf eine konkrete Fragestellung zu reagieren und eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Dazu werden relevante Daten und Fakten herangezogen und ein - meist visueller - Bericht erstellt.
 

Ad-hoc-Analyse vs. reguläre Analyse: Was sind die Unterschiede?

Zweck
Ad-hoc-Analysen setzt man häufig im Tagesgeschäft ein, um kurzerhand eine Lösung für ein bestimmtes Problem zu finden. Im Gegensatz dazu dienen reguläre Analysen oft der langfristigen Überwachung oder Auswertung von Daten.
 

Zeitfaktor
Wenn Sie unter Zeitdruck stehen, bietet sich eine Ad-hoc-Analyse an. Sie wenden hierbei wenig Zeit für eine Datensammlung oder Datenverarbeitung auf, im Gegensatz zur regulären Analyse.
 

Datenquellen
Ad-hoc-Analysen konzentrieren sich in der Regel auf eine begrenzte Anzahl von Datenquellen, die für die spezifische Fragestellung relevant sind. Bei regulären Untersuchungen können Sie auf umfangreichere Datensätze und ein breiteres Spektrum von Datenquellen zugreifen.
 

Darstellung
Ad-hoc-Analysen haben keine vorgegebene Struktur oder Darstellungsform. Die Reports werden gerne grafisch umgesetzt, um die Fakten leicht verständlich und erfassbar zu machen. Im Gegensatz dazu erfolgen weniger spontane Analysen oft einem vordefinierten Format oder einer bestimmten Methode der Datenvisualisierung.
 

Gebrauch
Ad-hoc-Analysen erstellen Sie in der Regel für den einmaligen Gebrauch. Sobald die spezifische Frage beantwortet ist und die Lösung gefunden wurde, landet die Spontan-Analyse im Papierkorb. Reguläre Auswertungen werden dagegen regelmäßig wiederholt und dienen der kontinuierlichen Überwachung oder Bewertung.
 

Wo liegen die größten Stärken und Schwächen der Ad-hoc-Analysen?

Sind spontane Auswertungen und Entscheidungen immer der beste Weg, um Probleme zu lösen? Natürlich nicht. Denn wie alles im Leben hat auch die Ad-hoc-Analyse ihre Licht- und Schattenseiten.

Vorteile

Nachteile

✅ Fokussierung auf ein Problem

❌ Begrenzte Daten- & Informationslage

✅ Keine starren Prozesse & Vorgaben

❌ Erfahrung in Datenauswertung nötig

✅ Oft recht einfach durchzuführen

❌ Schlussfolgerungen zu oberflächlich

✅ Kurzfristige Entscheidungen

❌ Zeitdruck führt zu Fehlern


Wo kommt die Ad-hoc-Analyse in der IT zum Einsatz?

Es gibt zahlreiche Situationen, in denen Sie als Digital-Experte umgehend Antworten oder Lösungen finden müssen. Hier ein paar Beispiele:

Beispiel 1: Traffic-Verlust
Seit einigen Stunden ist der Traffic auf Ihrem Onlineshop auffallend gering. Woran könnte das liegen? Hat das Marketing eine Werbeaktion eingestellt oder liegt ein technisches Problem vor? Als verantwortlicher IT’ler haben Sie eine Vermutung, die Sie mit passenden Tools gleich bestätigen: Bei Ihrem Hoster ist ein Server ausgefallen und es gibt dafür keinen Ersatz. Entsprechend laufen die Kundenanfragen ins Leere.
 

Beispiel 2: Traffic-Anstieg
Im zweiten Beispiel ist das Gegenteil der Fall: Der Traffic auf Ihrer Website steigt rapide an. In Ihren Logfiles sehen Sie, dass es sich nicht - wie Sie spontan dachten - um eine Cyberattacke handelt. Also kontaktieren Sie Ihre Kollegen in der Social-Media-Abteilung. Bingo! Ein Post auf Facebook geht gerade “viral” und sorgt für einen steilen Anstieg an Website-Besuchern.
 

Beispiel 3: Cyber-Angriffe
Wenn Sie als Cyber Security Spezialist arbeiten, sollten Sie Ad-hoc-Analysen ebenfalls beherrschen. Bei Sicherheitsvorfällen geht es darum, einen Vorfall sofort zu untersuchen, die Auswirkungen abzuschätzen und geeignete Maßnahmen zur Wiederherstellung der kompromittierten Systeme zu ergreifen. Dabei analysieren Sie Daten aus verschiedenen Quellen, um den Ursprung der Cyber-Attacke zu ermitteln und die Sicherheitslücke zu schließen.
 

Wie kommt man zu einer schnellen Entscheidung?

Eine Ad-hoc-Analyse ist eine gute Methode, um eine Entscheidungsfindung zu beschleunigen. Gehen Sie aber trotz Zeitdruck nicht chaotisch vor! Es empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen, zum Beispiel so:

Schritt 1: Zieldefinition
Bestimmen Sie ganz klar das Ziel Ihrer Analyse. Das heißt: Welche Fragestellung möchten Sie beantworten oder welches Problem wollen Sie lösen? Und beachten Sie auch, wie viel Zeit Ihnen zur Verfügung steht.
 

Schritt 2: Datenaggregation
Identifizieren Sie die Datenquellen, die Sie für Ihren Entscheidungsprozess benötigen, und sammeln Sie die erforderlichen Daten. Stellen Sie sicher, dass die Informationen aktuell, vollständig und qualitativ hochwertig sind.
 

Schritt 3: Analysewerkzeuge
Finden Sie die geeigneten Analyse-Tools, um Ihre Herausforderung zu meistern. Dies können BI-Programme, Logfiles oder statistische Analysewerkzeuge sein.
 

Schritt 4: Datenaufbereitung
Bereiten Sie die Daten so auf, dass Sie diese für die Analyse nutzen können. Führen Sie beispielsweise mehrere Datenquellen zusammen, entfernen Sie Duplikate und berechnen Sie elementare Kennzahlen.
 

Schritt 5: Analyse
Nun geht es an die eigentliche Untersuchung. Wenden Sie dazu eine oder mehrere Analysetechniken an, um aus den Daten und Informationen die gewünschten Erkenntnisse zu gewinnen. 

Schritt 6: Visualisierung
Stellen Sie die Ergebnisse Ihrer Analyse in einer verständlichen und aussagekräftigen Art und Weise dar. Verwenden Sie Tabellen oder Diagramme, um die Interpretation zu vereinfachen.
 

Schritt 6: Interpretation
Leiten Sie Erkenntnisse und Schlussfolgerungen ab. Nehmen Sie auch verschiedene Blickwinkel ein - doch nicht zu viele, um Zeit zu sparen. Denken Sie bei der Interpretation der vorliegenden Daten und Informationen stets an Ihre Fragestellung und Zielsetzung. 
 

Schritt 7: Entscheidung
Nun müssen Sie einen Entschluss treffen, alleine oder im Team. Wägen Sie dabei nicht alle Eventualitäten ab - das bremst Sie nur aus. Gehen Sie besser nach dem Motto “Eine getroffene Entscheidung ist besser als gar keine Entscheidung” vor. 
 

Fazit

Egal, ob Sie als Systemadministrator, Softwarearchitekt oder SAP Berater arbeiten: Gehen Sie möglichst strategisch vor, indem Sie Ihre Vorhaben planen. Zu jeder Planung gehört eine saubere Analyse.

Aber manchmal haben Sie nicht die Zeit, um weit in die Zukunft zu blicken und alles genau zu durchdenken. Es wird im Hier und Jetzt ein Schritt von Ihnen erwartet. Damit dieser bestmöglich ausfällt, sollten Sie eine Ad-hoc-Analyse durchführen.

Wenn Sie diese Vorgehensweise verinnerlicht haben, bringt Sie das in Ihrem IT Berufsleben weiter. Deshalb ist es ratsam, diese Kompetenz im Bewerbungsschreiben und im Vorstellungsgespräch zu erwähnen, denn Personalverantwortliche wissen diese Fähigkeit zu schätzen.

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